Hypervigilanz
Unter Hypervigilanz versteht man einen Zustand, bei dem man sozusagen ständig auf der Hut ist. Der Körper, Kopf & Geist, das gesamte Nervensystem ist also ununterbrochen am Scannen auf Gefahr.
Hypervigilanz entsteht durch ehemals tatsächlich erlebte Gefahr, ob bei einer ganz bestimmten Situation oder durch längere Perioden der Gefahr Exposition. Sie kann auf verschiedene Weise in Erscheinung treten:
- sehr leichter Schlaf
- akustische Reizbarkeit
- Grübeln, Katastrophisieren
- Anspannung
- kleine Signale werden überinterpretiert
- den Raum lesen
Insbesondere Kinder, die in dysfunktionalen Familien aufwachsen, in denen Gewalt auf verschiedene Arten ausgeübt wurde, werden zu hypervigilanten Erwachsenen. Besonders das Leben mit einem Narzissten gleicht einem Minenfeld, man weiß nie was als nächstes passiert. So entwickeln sich erhöhte Aufmerksamkeit und ein Leben in permanenter Alarmbereitschaft. Den Raum zu lesen, also die Stimmung und Antmosphäre im Raum zu erfassen wird zur automatischen Scan-Methode.
Wenn man einer echten Gefahr ausgesetzt ist, ist es nützlich, sich in diesem Stadium zu befinden. Die heute hypervigilanten Erwachsenen mussten dies sich als Kinder gezwungenermaßen aneignen, weil schnelle Reaktionen ihr Überleben sicherten. Jedoch ist dies im Erwachsenenalter, wenn keine Gefahr mehr besteht, im Alltag sehr belastend. Jede Sekunde für eine Eskalation bereit zu sein, wenn es keine mehr gibt, ist sehr anstrengend und führt zwangsläufig zu Folgen wie Erschöpfung, Isolation und destruktiven Versuchen, dieses Arousal zu minimieren.