Narzisstische Wut
Hierbei handelt es sich um einen akuten Wutanfall des Narzissten. Nun kennen wir alle das Gefühl von Wut, wir haben es alle schon mal bei uns selbst und bei anderen erlebt und gefühlt.
Die narzisstische Wut oder narcissistic rage nimmt jedoch vollkommen andere Dimensionen des klassischen Wutverständnisses an. Diese Art des Wutausbruchs ist von tektonischem Ausmaß und genau wie eine Naturgewalt nicht zu stoppen oder vorherzusagen.
Wir gehen nach Freud und nehmen an, dass alle Kinder eine narzisstische Phase durchleben und irgendwann ab dem Alter von 4–5 Jahren verstehen, dass die Welt sich nicht nur um sie dreht und in die nächste Phase übergehen. Traumatische Ereignisse (Vernachlässigung, Missbrauch) oder übermäßiges Verwöhnen in diesem Alter können dazu beitragen, dass das Kind nicht in die nächste Phase übergeht und lebenslang im Narzissmus verbleibt.
Genau hier kann deutlich veranschaulicht werden, dass diese Erwachsenen emotional auf dem Stand eines Kleinkindes sind. Sie sind nicht in der Lage, mit den Emotionen, die aufkommen, umzugehen, und schmeißen buchstäblich einen Tobsuchtsanfall. Erwachsene, die einen solchen Wutanfall hinlegen, haben die gleiche emotionale Stabilität und identische Reaktion auf einen Stimulus wie das auf dem Boden liegende brüllende Kind im Supermarkt.
Besonders anzumerken ist, dass der Anfall, wie oben beschrieben, meist nicht vorhersehbar und völlig disproportional zum Ereignis ist. Regelrechtes Beben, Brüllen, Schmeißen, Trotzen, Weinen und alles, was zu einem „Tantrum“ gehört, gehört zum Reaktionsmuster.
Gefährlich wird es, wenn der Narzisst gewaltbereit ist und sich von dem Wutausbruch zu Gewalttaten leiten lässt, besonders wenn Alkohol und Drogen im Spiel sind. Hier ist große Vorsicht geboten und es ist empfehlenswert, sich nach Möglichkeit von der Situation zu entfernen.